Kommentar: Gelassenheit und Vertrauen

Das überrascht doch beim Blick auf die neue Eltern-Studie: Nicht so sehr der Beruf, sondern die eigenen Ansprüche stressen Mütter und Väter. Von Peter Schulte-Holtey

Experten beobachten allerdings schon länger, dass Familien heute stärker unter Anspannung stehen als früher. Tatsächlich ist die enorme Verunsicherung überall spürbar. Eltern sorgen sich vor allem um eigene Erziehungsfehler und um die schulischen Leistungen ihrer Kinder und haben Angst, dass schlechte Noten deren Zukunftsaussichten verschlechtern. All das macht sie verkrampft im Umgang mit den Sprösslingen

Was Eltern helfen könnte? Um dem Stress zu entkommen, sind ganz sicher mehr Gelassenheit und Vertrauen in die eigenständige Lernfähigkeit der Kinder wichtig. Erzieher sollten nicht alles perfekt machen wollen und ihrem Nachwuchs mehr Raum für eigenständiges Lernen zugestehen - auch wenn es schwerfällt. Zudem wird man manchen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gehen können. Wenn wir unsere Kinder zu Selbständigkeit und Kritikfähigkeit erziehen, sind sie anstrengend. Vor allem auch Lehrer und Lehrerinnen wissen, was das bedeuten kann. Es ist auch nicht immer leicht, Kindern Grenzen zu setzen. Denn oft wird nicht unterschieden zwischen dem, was man Töchtern und Söhnen zumuten kann, und dem, was man ihnen tatsächlich nicht aufbürden sollte. Grundsätzlich gilt: Es kommt nicht darauf an, in der Erziehung keine Fehler zu machen, sondern sie zu erkennen und zu korrigieren - jeden Tag neu.

Tröstlich für Familien ist, dass sich ihr Aufwand lohnt: In einer ergänzenden Kinder-Studie von iconkids kam heraus, dass mehr als neun von zehn Kindern finden, dass ihre Eltern die besten Eltern sind, die sie sich vorstellen können. Es stimmt ja auch: Die ganz große Mehrheit macht genau das, was sie immer getan hat; nach bestem Wissen und Gewissen geben sie alles für ihre Kinder. Und das ist gut so!

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