Kommentar zur EU-Gesundheitspolitik

Kommentar: Wichtigen Schritt getan

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Detlef Drewes

Wenn die Brüsseler Bürokraten schon selbst beginnen, ihre eigenen Auflagen als überholungsbedürftig einzustufen, darf man Hoffnung schöpfen. Tatsächlich hat Gesundheitskommissar John Dalli gestern einen wichtigen Schritt getan.

Aus vielen guten Gründen sind die Auflagen, denen medizinische Forschung in Europa unterliegt, immer weiter ausgedehnt worden. Patienten sollten und mussten geschützt werden, um nicht leichtfertig zum Gegenstand pharmazeutischer Versuche zu werden. Und die auf Hilfe hoffenden Kranken mussten vor voreilig und mangelhaft überprüften Präparaten bewahrt werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, aber die aus lauter Vorsicht erlassenen Auflagen fressen zunehmend den medizinischen Erfolg auf. Das kann keine Lösung sein.

Vor diesem Hintergrund war ein Kahlschlag durch die Verwaltung angebracht und notwendig, wenn er nicht zu zusätzlichen Risiken führt. Darauf hat die Kommission tatsächlich geachtet. Mehr noch. Sie hat den Schutz auch auf jene ausgedehnt, die eigentlich nicht unter dem Schutz europäischer Vorschriften stehen. Versuche dürfen nicht mehr einfach exportiert werden. Was bleibt, ist somit nur diese Frage: Wann tritt das Gesetz in Kraft? Schnellstmöglich bitte.

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