EU-Kompromiss zu Elektroautos

Kommentar: Sauber fahren

Ein Förderprogramm für Elektro-Autos ist das nicht. Wer gehofft hatte, die Brüsseler Unterhändler würden die neuen Grenzwerte für Pkw ab 2020 nutzen, um daraus so etwas wie ein E-Fahrzeug-Projekt zu machen, muss enttäuscht sein. Von Detlef Drewes

Noch immer sind die alternativen Antriebe bestenfalls eine Nischen-Veranstaltung, geeignet als Feigenblatt und rechnerische Größe, um auch weiter schwere Autos mit leistungsstarken Antrieben herzustellen. Aber vielleicht besteht in dieser Koppelung mit dem unsinnigen Namen „Super-Credits“ ja die eigentliche Stärke des Vorschlags. Denn bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, beim Klima-schutz auch die Pkw einzubeziehen, ist es nötig, den Autobauern keine unrealistischen Ziele vorzugeben. Man kann nicht eine ganze Flotte innerhalb von sieben Jahren auf elektronische Motoren oder Wasserstoff-Antriebe umstellen.

Die neuen Grenzwerte sind eine Herausforderung. Und eine Chance. Schon heute liefern Deutschlands Autobauer die saubersten Fahrzeuge weltweit. Wenn Sie diese Führung behalten wollen, müssen sie sich anstrengen. Denn das große, langfristige Ziel ist absehbar: 2050 will die EU die Städte für alle Autos sperren, die CO2 ausspucken.

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