EU-Personalkosten

Kommentar: Zwei Seiten

Wenn es ums Geld geht, ist den Staats- und Regierungs-chefs wirklich jedes Mittel recht. Dabei haben die Zahlen über Personalkosten und den EU-Verwaltungsapparat durchaus ihre zwei Seiten.

Ja, die Einkommen in Brüssel, Straßburg und Luxemburg sind im Vergleich zum öffentlichen Dienst in der Heimat deutlich höher. Das mag man kritisieren, aber dann nicht nur bei der EU, sondern auch bei den Vereinten Nationen in New York oder der OECD in Paris. Beneidenswert sind aber eigentlich nur die Zulagen und weiteren Wohltaten. Diesen Dschungel kann und muss man lichten. Gerade dann, wenn Europa das Geld an anderer Stelle dringend braucht.

Die Kritik aber übersieht, dass die EU mit ihrem Verwaltungsetat keineswegs schlecht dasteht. London, Warschau und Berlin geben mehr Geld für den öffentlichen Dienst aus. Und haben – im Verhältnis zur Bevölkerung – eine deutlich höhere Dichte an Beamten und öffentlich Bediensteten. Natürlich kann man in EU-Institutionen den Rotstift kreisen lassen. Aber dann soll sich bitte niemand beschweren, wenn er auf die Verteilung der übrigen 94 Prozent des EU-Etats unverhältnismäßig lange warten muss. Denn genau dafür werden die Leute gebraucht.

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