Euro-Krise 2

Kommentar: Solidarität gefordert

Die Europäische Union zerfällt immer deutlicher in einen reichen Norden und einen armen Süden. Das bekommen die Bürger in den gebeutelten EU-Krisenländern jetzt zu spüren.

Die rigide Sparpolitik beschert ihnen nicht nur eine wirtschaftliche Rezession, sie ist auch mitverantwortlich für den sozialen Abstieg, extrem hohe Arbeitslosenquoten und - wie eine Studie belegt - die drastische Verschlechterung des Gesundheitszustands vieler Bürger.

Dem wohlhabenden Europa kann das Schicksal der Menschen in den Armenhäusern der EU nicht gleichgültig sein. Denn längst geht es um das Selbstverständnis eines Staatenbundes, zu dessen Eckpfeilern die Solidarität gehört. Nur wenn die vom sozialen Abstieg bedrohten Menschen in den Krisenländern erleben, dass die Europäische Union ihnen auch in schlimmen Zeiten beisteht und hilft, nur dann wird sich diese EU zusammenhalten lassen.

Es wird jetzt darauf ankommen, neben der wirtschaftlichen Hilfe und den damit verbundenen eigenen Anstrengungen in den Krisen-Staaten, Sozialprogramme auf den Weg zu bringen. Es geht schließlich darum, zu verhindern, dass noch mehr Menschen vor der Not in ihrer Heimat fliehen und sich dann mehr oder weniger geduldet in der Fremde durchschlagen.

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