Europa und Ägypten

Kommentar: Wenig bis keinen Einfluss

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Detlef Drewes

Europa braucht ein Signal in Richtung Kairo wohl dringender als die Opfer der Auseinandersetzungen in Ägypten selbst. Der bittere Satz, dass in dem Land am Nil gestorben wird, während die EU berät, steht im Raum. Von Detlef Drewes

Nun werden die Außenminister morgen versuchen, sich von dem Vorwurf zu befreien, lediglich sinnlose Appelle abzugeben. Doch die Hoffnung auf ein Zeichen, das die neuen Machthaber zum Umdenken zwingt, wird sich in Luft auflösen. Denn der Katalog der Vorschläge, auf den sich die Minister einigen könnten, verheißt mehr Substanz, als er bieten kann.

Natürlich ist man betroffen vom Zirkel der tödlichen Gewalt. Selbstverständlich verurteilt die EU auch das brutale Vorgehen aller Seiten gegeneinander. Aber nicht einmal die gestoppte Wirtschaftshilfe dürfte verhehlen, dass die EU letztlich ohnmächtig zusehen muss, wie das Land in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versinkt. Bis heute hat sich die Gemeinschaft nicht einmal dazu durchringen können, den Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Mursi als das zu bezeichnen, was er ist: ein Militärputsch. Trotzdem hat die diplomatische Zurückhaltung nichts gebracht. Brüssel hat wenig bis keinen Einfluss. Und das ist bitter.

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