Kinder missbraucht

Kommentar zum Fall Edathy

Seine politische Karriere ist beendet, Freundes- und Bekanntenkreis hat er verloren. Nun wird auch noch die SPD das Parteiausschlussverfahren gegen ihn zu Ende bringen. Für Sebastian Edathy sieht es schlecht aus. Von Peter Schulte-Holtey

Doch dieser Fall eignet sich nicht für Mitleid. Denn der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete hat als Nutzer direkt und indirekt ein System gestützt, dass Kinder auf unsägliche Weise missbraucht. Die Zahlung an den Kinderschutzbund kommt vielen da schon wie Hohn vor.

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Warum gibt es keinen Aufschrei? Was ist mit dem Opferschutz? Hinter jedem Bild verbirgt sich doch ein Schicksal. Psychologen und Ermittler bestätigen es doch: Die betroffenen Mädchen und Jungen werden oftmals schwer traumatisiert. Was besonders betroffen macht: Kinderpornographie ist längst ein sogenanntes Massendelikt. Bei der Bekämpfung werden Polizei, Strafverfolgungsbehörden und Justiz aber immer noch oft allein gelassen; es fehlt an Personal und technischem Equipment.

Es wird höchste Zeit, ein Klima der Offenheit zu schaffen, damit sich die Opfer trauen, ihre Leidensgeschichte zu erzählen. Neben dem Ausbau der Hilfen muss zugleich die Prävention in den Fokus rücken. Erzieher, Lehrer und Eltern sind gefordert.

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