FDP-Parteitag auf der Kippe

Ins Abseits gedribbelt

Diese Nummer passt auf die Bühne des Politischen Aschermittwochs: Die Liberalen haben dem Augenschein nach ihren vorgezogenen Parteitag geradezu dilettantisch vorbereitet. Wegen eines Formfehlers steht das taktisch motivierte Treffen nun auf der Kippe.

Jeder Dorf-Verein geht mit seiner Satzung offenbar sorgsamer um als die Liberalen mit der ihren. Der FDP scheint die durch verheerene Umfrageergebnisse gestützte Sorge um den Machterhalt die Sinne vernebelt zu haben.

Beim bierseligen Politspektakel kann die FDP-Spitze schon aus Tradition wortgewaltig kraftmeiern, obwohl Rainer Brüderle gerade gestern in dieser Hinsicht nicht so recht zu überzeugen wusste. Bei der wahltaktisch bedingten Organisation eines für die Öffentlichkeit zu inszenierenden Neuanfangs jedoch scheint seine Partei auch von allen guten Kräften und Geistern verlassen. Deshalb droht jetzt die Absage dieses vorgezogenen Parteitags – und das angesichts miserabler Umfragewerte, die das erst im Januar taktisch aufgestellte Führungsduo Rösler/Brüderle auf sich vereint.

Letzterer vertritt dennoch trotzig die Meinung, dass die bereits geschriebenen Nachrufe auf die FDP vergebene Liebesmüh´ gewesen seien. Die Freien Demokraten gehörten schließlich zu Deutschland wie die Fußball-Nationalelf. Da hat sich der neue Stürmerstar der Liberalen aber ins Abseits gedribbelt. Laut Politbarometer wollen nur vier Prozent seine Mannschaft auflaufen sehen. Das heißt: Wenn heute Wahl wäre, würde die FDP gar nicht ins Stadion reingelassen; kein Wunder, da nicht mal die öffentliche Mannschaftssitzung gelingen will...

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