Acht-Stunden-Tag abschaffen: Warum denn nicht?

Kommentar: Für Flexibilität bei der Arbeit

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Wenn Arbeitgeber Veränderungen fordern, wird ihnen rasch Unlauteres unterstellt. Häufig liegen Kritiker damit auch gar nicht so schief. Unternehmen haben meist nur ihre eigenen Interessen im Sinn – doch wer kennt das nicht von sich selbst? Von Marc Kuhn

Über den Vorstoß von Ingo Kramer sollte aber ruhig mal nachgedacht werden. Der Ruf des Präsidenten des Arbeitgeberverbands nach mehr Flexibilität bei der Arbeit hat durchaus Charme. Der starre Acht-Stunden-Tag ist schließlich in vielen Firmen schon lange nicht mehr Realität. Eine Wochen- statt eine Tagesarbeitszeit hätte Vorteile für Betriebe wie für Mitarbeiter. Schließlich geht es ja nicht um eine Verlängerung der Arbeitszeit. Dies ließe sich mit den Änderungen am Gesetz und mit tariflichen Bestimmungen durchaus verhindern. Zudem wäre die Flexibilität ohnehin nicht für alle Branchen sinnvoll. Es gibt schließlich Arbeitsprozesse, die sich klar strukturieren lassen mit einem Acht-Stunden-Tag.

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In anderen Berufen sieht die Welt heute bereits anders aus. In einer globalisierten Wirtschaft, in der Unternehmen beispielsweise über mehrere Zeitzonen hinaus ihr Geld verdienen, könnte Flexibilität die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erhöhen. Und dem Arbeitsnehmer könnte sie neue Möglichkeiten eröffnen – beispielsweise bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Veränderungen fallen in einer von Wohlstand geprägten Gesellschaft zwar stets schwer. Manchmal muss aber auch Neues gewagt werden, sonst laufen andere Länder dem eigenen den Rang ab. Eines muss aber auch immer klar sein: Wenn die Tür für Flexibilität geöffnet wird, darf Missbrauch nicht möglich sein. Ihm muss der Gesetzgeber einen Riegel vorschieben.

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