Die Arbeit fängt erst an

Kommentar zur Flüchtlingspolitik

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Offenbach - Was für ein Kontrast: Es ist gerade einmal zwei Wochen her, dass Deutschland die Krawalle von Heidenau erleben musste, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch dort als Volksverräterin beschimpfen lassen musste.

Und heute: Mit Applaus und Hilfsgütern werden an zahlreichen Bahnhöfen bundesweit erschöpfte Flüchtlinge empfangen, packen viele Freiwillige mit an, wenn es wie in Neu-Isenburg gilt, für die vom Schicksal Gebeutelten einen sicheren Platz herzurichten. Solidarität statt Randale. Starke Bilder und Gesten, die unter dem Titel „Deutschland leuchtet“ um die Welt gehen. Und ein klares Zeichen setzen, dass in diesem Land Platz für Flüchtlinge ist, aber nicht für rechten Mob und rechtsextreme Gewalt. Natürlich fängt nach diesem ganz besonderen Wochenende die Arbeit erst an. Bei uns und bei den Flüchtlingen, sei es in Neu-Isenburg, Berlin oder Brüssel. Integration ist eine Herkulesaufgabe, bei der es nicht reicht, ein Paar Euro mehr zur Verfügung zu stellen.

Vor allem heißt es nun schnellstens Ordnung in das Chaos der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik zu bringen. Da sind auch die europäischen Partner gefragt, die seit Monaten über den Umgang mit den Flüchtlingen streiten. Es sind vor allem die Länder im Osten wie Ungarn oder Tschechien, die mit dem Hinweis, die „künstliche Mischung von Nationen, Kulturen und verschiedenen Religionen“ berge „Risiken und Bedrohungen“, die Aufnahme von Flüchtlingen ablehnen. Wo wären diese Länder heute ohne die Solidarität und die Milliarden der EU?

Bilder: Einblicke in Unterkunft für Flüchtlinge in Neu-Isenburg

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