Frauen und Berufsleben

Kommentar: Noch nicht genug

Auf den ersten Blick sieht es gut aus: Immer mehr Frauen schaffen in Deutschland den Sprung ins Berufsleben. Von Angelika Dürbaum

Seit der Jahrtausendwende stieg die Quote laut einer internationalen Studie von 63 auf 72 Prozent. Auch die Arbeitslosigkeit ist hierzulande unter Arbeitnehmerinnen nicht so hoch wie andernorts in Europa, wo die Euro-Krise stärker gewütet hat. Aber dann: Beim Blick in die Führungsetagen der großen Konzerne sucht man Frauen weiter meist vergeblich. Schlimmer noch – es gibt im Vergleich zu den Vorjahren einen Rückgang. Gerade noch 6,3 Prozent der Dax-Vorstände sind derzeit weiblich. Wobei der vorherige Wert von 7,8 Prozent auch nicht gerade himmelsstürmend war.

Fazit: Es tut sich was, aber leider nicht genug. Kind und Karriere gehen für viele Frauen immer noch nicht oder nur unter größten Anstrengungen zusammen. Die deutsche Wirtschaft kann es sich aber auf Dauer schon aus demografischen Gründen nicht leisten, Potenzial brachliegen zu lassen. Und schließlich schaffen mehr Mädchen als Jungen das Abitur und absolvieren ein Hochschulstudium.

Schlimmstenfalls muss auch wieder über eine Frauenquote nachgedacht werden. Wie sagte neulich die von der CDU gestellte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: „Ich war Anfang der 90er Jahre strikt gegen Frauenförderung und gegen Frauenquote. Ich hatte schlechte Erfahrungen aus der DDR-Zeit. Im Laufe der Jahre habe ich dazugelernt.“

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