Geburtenrückgang

Kommentar: Mut und Liebe

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Ein- und Zwei-Kind-Familien oder Kein-Kind-Singles die Norm sind. Für viele gehören Kinder nicht mehr zwingend zum Lebensglück.

Das muss individuell akzeptiert werden, ist aber gesellschaftspolitisch ein Dilemma – und zwar nicht nur wegen des Rentensystems.

Keine Frage: Der Kinderwunsch muss besser gepflegt werden. Familienfreundliche Arbeitswelt, Kita-Ausbau und finanzielle Anreize sind das eine, gesamtgesellschaftliche Psychologie das andere. Und da sind alle gefordert, deren Familienideal sich an der Oberschicht des 19. Jahrhunderts orientiert und darauf zielt, Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen.

Denn es sind immer die Mütter, die als karrierefixierte „Rabenmütter“ oder überbehütende „Glucken“ diffamiert werden. Egal, ob das Kind in Mathe eine Fünf schreibt oder andere verprügelt – immer ist die Mutter schuld. Oder fühlt sich schuldig. Wir müssen uns von dem Wahn einer nicht lebbaren Perfektion lösen. Es gab noch nie so viele Lebensformen wie heute, in denen Kinder aufwachsen können. Jede birgt Vor- und Nachteile und jede verdient Akzeptanz. Auch weil es heute einer Menge Mut und Liebe bedarf, sich bewusst für Kinder zu entscheiden.

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