Bundeswehrsoldat gefallen

Kommentar: Bedrohung ist vorhanden

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Fast zwei Jahre hatte die Bundeswehr Glück. Es gab keine Gefallenen zu beklagen. Jetzt musste der Verteidigungsminister berichten, dass ein Soldat der Elitetruppe KSK bei Kämpfen mit Aufständischen ums Leben gekommen ist.

In solchen Momenten wird den Bürgern daheim klar: Deutschland steht im Krieg - auch wenn der Großteil der Einsätze von den Alliierten gestemmt wird. Es ist kein Krieg, der von der Politik in den Medien inszeniert wird wie der US-Einmarsch im Irak. Deshalb fehlt ihm wohl oft die gesellschaftliche Akzeptanz.

Dennoch: Afghanistan ist nach wie vor weit von einem Ansatz der Normalität entfernt, die die Menschen in den europäischen Wohlstands-Hochburgen leben. Terrorismus, Chaos und Stammesfehden beherrschen das Land. Mitten drin versucht die internationale Streitmacht unter anderem dafür zu sorgen, dass die Taliban den vollkommen überforderten Staat nicht an seine Grenzen führen. Zivile Aufbauprojekte sollen den Lebensstandard der Menschen in den Provinzen zumindest ein bisschen steigern. Ohne westliche Unterstützung könnten viele Kinder nicht zur Schule gehen, Frauenrechte wären ein Fremdwort. Es gibt zwar noch sehr viel zu tun in Afghanistan. Die Bundeswehr-Soldaten leisten aber mit ihren Kameraden aus anderen Ländern einen Beitrag dazu, dass die größte Not etwas gelindert wird. Das verdient Respekt - auch vor dem gefallenen deutschen Soldaten.

Allzu gerne wird zudem die Vergangenheit verdrängt. Sie hat indes in Afghanistan gezeigt, wie gefährlich es ist, wenn El Kaida und die Taliban erstarken: In den Jahren nach dem 11. September haben sie Westeuropa mit zahlreichen Anschlägen geschockt. Am Hindukusch sorgt die Bundeswehr auch dafür, dass die Terroristen nicht die Oberhand gewinnen. Letztlich darf die weltweite Bedrohung durch radikale Islamisten nicht unterschätzt werden.

Der Krieg gegen den Terror kostet Menschenleben - auch wenn jedes verlorene eines zu viel ist.

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