Geisterfahrer

Kommentar: Restrisiko bleibt

Nach derart tragischen Unfällen entbrennt in aller Regelmäßigkeit eine Debatte darüber, wie Geisterfahrten auf ein Minimum reduziert werden können. Von José Pinto

Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach: Mautstationen und Metallzacken, die nur in eine Richtung überfahren werden können, sind hilfreich, aber die Umrüstung von 2 000 Autobahnanschlussstellen sowie unzähliger Rastplatz-Auffahrten wäre unangemessen teuer. Abgesehen davon würden Rettungsdienste und Polizei behindert, die bei Unfällen weite Umwege in Kauf nehmen müssten.

Warntafeln nach österreichischem Vorbild oder blinkende Warnlichter sind zwar deutlich preiswerter, deren Wirkung ist aber nicht nachgewiesen. Besser wären intelligente Fahrerassistenzsysteme, die Geisterfahrten erkennen, akustisch und optisch warnen und diese Warnung automatisch an Polizei und Radiosender weiterleiten. Diese Technik ist verfügbar und könnte bei Neuwagen zur Pflicht erklärt werden.

Aber Nachbesserungen und Aufrüstungen bleiben wirkungslos, wenn Vollgedröhnte, geistig Verwirrte oder Lebensmüde am Steuer sitzen. Letztere können auf der Fahrbahn die Richtung wechseln oder auf Bundesstraßen ausweichen. Diesem Restrisiko können wir uns leider nicht entziehen.

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