Mit Tricks und Kniffen

Kommentar: EU und Gentechnik

Noch vor wenigen Wochen zogen die Wahlkämpfer der Parteien durch die europäischen Landschaften und beschwerten sich bitter darüber, dass Brüssel den Mitgliedsstaaten alles vorschreibe. Die neuen Gentechnik-Regeln beweisen das Gegenteil: Mit nur einer Ausstiegsklausel wird die EU zum Flickenteppich. Von Detlef Drewes

Das ist vor allem deswegen schwerwiegend, weil man nun fast schon dankbar für die - ebenfalls häufig kritisierten - Etikettierungsvorschriften von Lebensmitteln sein kann. In Zukunft wird nämlich kein Mensch mehr davon ausgehen können, dass ein EU-Erzeugnis auch wirklich frei von Rückständen gentechnisch veränderter Pflanzen ist. Nicht nur Spanien, Großbritannien und Schweden wollen beim Anbau überaus großzügig vorgehen. Soviel nationaler Freiraum scheint ungewohnt, bringt aber nicht wirklich viel. So lockt man - das war ein Argument für das Konzept der grünen Gentechnik- keine forschenden Konzerne an. So schafft man aber auch kein Vertrauen bei denen, die mit den Ergebnissen dieser Forschung auf Kriegsfuß stehen.

Am Ende bleibt der schale Nachgeschmack einer Regelung, die man mit vielen Tricks und Kniffen durchgesetzt hat. Das ist eine EU, wie man sie eigentlich nicht länger sehen wollte.

Rubriklistenbild: © Michael Hof

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