Greenpeace-Provokation

Kommentar: Eskalation mit Kalkül

Was in der Barentssee passiert ist, war eine kalkulierte Eskalation. Greenpeace und seine Aktivisten, die mit der Erstürmung einer Ölbohrplattform des Energieriesen Gazprom auf die Umweltgefahren in der Arktis hinweisen wollten, wussten sehr wohl, worauf sie sich einlassen. Von Ullrich Riedler

Mehr noch: Die Konfrontation ist Teil der Strategie dieses mächtigen Robin Hood der Umweltbewegungen. Nur so macht man das Problem zum Thema, und nur mit dramatischen Bildern rüttelt man die Öffentlichkeit wach.

Man kann das bei der Übermacht industrieller Interessen natürlich für legitim halten. Und man kann Mut und Witz des Unternehmens bis heute bewundern. Allerdings ist Greenpeace längst kein David mehr im globalen Interessenspiel. Es fragt sich, ob sich seine Methoden über 40 Jahre nach der Gründung nicht abnutzen. Manche befürchten zudem, dass für einige Sympathisanten die Protestshow das eigene Engagement ersetzt.

Andererseits war auch die Reaktion der Russen abzusehen. Wladimir Putin lässt gern die Muskeln spielen, erst Recht wenn es um Gazprom und Rohstoffe geht, mit der das autoritäre Russland seinen Welteinfluss sichert. Lange kann es sich der Kremlchef aber nicht leisten, die Aktivisten aus dem Westen festzuhalten. Das weiß Putin genau - und wird entsprechend handeln, auch um am Ende im eigenen Interesse gut dazustehen.

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