Bittere Lehren

Kommentar: Griechenland und die Folgen

Erstaunt, fast schon erschrocken reibt sich Europa die Augen. Man weigert sich zu glauben, welch unsägliches Chaos die neue griechische Regierung innerhalb von gerade mal zehn Tagen seit ihrer Wahl angerichtet hat. Von Detlef Drewes

Spätestens mit seinem gestrigen Besuch in Brüssel dürfte Athens Regierungschef Alexis Tsipras wieder auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet sein. Denn neben ein paar Nettigkeiten hat der neue Regierungschef vor allem eines gehört: Einen Schuldenschnitt gibt es nicht. Und: Arbeitet weiter an euren Reformen. Griechenlands Lage brennt unter den Nägeln. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass das Land noch nicht von sozialen Unruhen erstickt wurde. Aber es waren weder die Troika noch die Geldgeber, die das Land in diese Schieflage getrieben haben.

Athen kann weder ohne noch gegen die europäischen (und internationalen) Partner einen Neuanfang schaffen. Dennoch werden sich auch die EU und die Währungsunion mehr Mühe geben müssen. Was bisher geleistet wurde, ist immens, aber es reicht nicht. Das Versprechen vom Wachstum muss endlich mit Inhalt, mit Projekten, mit Zusagen gefüllt werden. Dass das 315-Milliarden-Investitionsprogramm noch Monate braucht, ehe die ersten Euros fließen, kann nicht sein. Nicht nur Athen hat keine Zeit mehr.

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

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