Verlorenes Terrain

Kommentar: Grüne und die Null-Promille-Grenze

Nichts gelernt? Das möchte man die Grünen fragen angesichts ihres jüngsten Plädoyer zur Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr. Von Angelika Dürbaum

Sollte der neuen Vorsitzenden Simone Peter tatsächlich entgangen sein, dass der unselige Veggie-Tag-Vorstoß mit Schuld am desaströsen Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl war und ihren Ruf als Verbots- und Moralapostel-Partei zementierte?

Um nicht falsch verstanden zu werden: Es geht keinesfalls darum, das Fahren unter Alkoholeinfluss zu rechtfertigen. Jeder weiß um die Gefahren. Wir haben in Deutschland die 0,5-Promille-Grenze, die sich auch bewährt hat. Eine Null-Promille-Grenze hieße aber: Jeder Schluck Hustensaft, jede Sosse zum Braten, jedes Lutschbonbon, jedes Stück Kuchen oder überreifes Obst könnte zur Gefahr für den Führerschein werden. Von der Lage auf der Krim bis zu Mindestlohn und Rente mit 63 - es gibt zurzeit genug Themen, die fundierte politische Analysen und Aussagen fordern. Auf diesen Feldern gilt es für die Grünen verlorenes Terrain beim Wähler zurückzuerobern. Aber bitte kein realitätsferner Aktionismus.

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