Die Grünen nach der Urwahl

Kommentar: Neue Machtspiele

Die Urwahl der Spitzenkandidaten und der bevorstehende Parteitag mit der zu erwartenden Wiederwahl der angeschlagenen Vorsitzenden Claudia Roth sind weit mehr als nur eine parteiinterne Angelegenheit der Grünen.

Plötzlich rückt die Öko-Partei in den Brennpunkt der Spekulationen über ein mögliches Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl. Noch schließen sowohl die Grünen als auch die Union eine Koalition wortreich aus. Noch.

Kanzlerin Angela Merkel gilt als gewiefte Taktikerin der Macht. Auch wenn sie das offiziell nicht bestätigen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie ein Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Klausel nicht ausschließt und über neue Optionen nachdenkt. Gut möglich, dass sie hinter den Kulissen bereits die Fühler ausstreckt.

Die Personaldebatte macht die Zukunft auch für die Grünen selbst nicht einfacher. Claudia Roth gehört wie Fraktionschef Jürgen Trittin zu den Parteilinken. Dass sie die Grünen zur bürgerlichen Mitte hin öffnet, ist unwahrscheinlich. Ganz anders ist das bei der sanften Sozialpolitikerin und überzeugten Christin Katrin Göring-Eckardt, deren Rolle immer wichtiger wird. Ihr kann es durchaus gelingen, enttäuschte CDU-Wähler zu überzeugen. Die Grünen müssen nun aufpassen, dass sie sich in dem Anspruch, urgrüne Themen zu besetzen und die Partei für mehr Bürger wählbar zu machen, nicht zerfleischen.

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