Die große Flut

Kommentar: Wo bleibt die Bundeswehr?

Nach tagelangen Regenfällen drohen ganze Regionen in Deutschland im Wasser zu versinken. Deutschland erlebt eine Flut nie dagewesenen Ausmaßes. In Sachsen geben die Behörden die Dämme auf und konzentrieren sich auf die Rettung der Menschen.

In Passau stürmen die Menschen die Supermärkte auf der Suche nach Trinkwasser. Und wie sieht die Hilfe der Bundesregierung aus? Äußerst bescheiden! Gerade einmal rund 1400 Soldaten unterstützen die längst erschöpften Hilfskräfte in den Krisengebieten. Bei jeder ausgewachsenen Demonstration rekrutiert der Staat mehr Personal und nicht selten ist der Polizeieinsatz bei Fußballspielen größer, als das, was der Staat aktuell zur Bekämpfung der Flut personell einzusetzen bereit ist. Ach ja: Die Bundeswehr muss ja den Frieden am Hindukusch verteidigen. Für die hilfesuchende Bevölkerung bleibt da wenig Spielraum. Dann sollte sich die Bundeskanzlerin heute auch ihre Stippvisite in die Flutgebiete sparen, zumal die ja auch als Nachahmung der Schröderschen Gummistiefel-Wahlkampftour im Oderbruch ein Geschmäckle hat.

Bis Angela Merkel in den Flutgebieten ankommt, hat doch hoffentlich schon das vor Ort verantwortliche Personal seine Arbeit tun können. Diese Hoffnung ist allerdings zumeist unangebracht, wenn es um den präventiven Hochwasserschutz geht. So häufen sich die Meldungen, wonach die Erkenntnisse der letzten Jahrhundertflut zu oft nicht zu entsprechendem staatlichen Handeln geführt haben. Einmal außen vor gelassen, dass in Sachsen noch immer auf damals zugesagte finanzielle Hilfen gewartet wird, so steckt der Hochwasserschutz zu häufig noch im Dickicht der Zuständigkeiten zwischen Kommune, Land und Bund fest oder es fehlt schlicht der Mut, die Riesensummen für die Schaffung von Stauflächen sowie die Erneuerung von Dämmen und Schleusen freizugeben. Wir mussten lernen: Nach der Jahrhundertflut ist vor der Jahrhundertflut, Reparaturen am Hochwasserschutz dulden aufgrund der sich häufenden Extremwetterlagen keinen Aufschub. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Natur etwas Zeit lässt, ehe sie ihre Urgewalt erneut demonstriert.

Hochwasser: Erste Elbbrücke in Dresden gesperrt

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