Zeitbombe tickt

Kommentar: Immer mehr beziehen Grundsicherung

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Der Sprengstoff ist längst gelegt. Die Zahl der von Altersarmut betroffenen Rentner in Deutschland wächst und wird weiter wachsen. Über die Hälfte der Empfänger von Grundsicherung sind im Rentenalter, berichtet das Statistische Bundesamt. Beschämend für eine so reiche Gesellschaft wie die deutsche. Von Peter Schulte-Holtey

Verwunderlich ist die Entwicklung nicht. Viele waren und sind im Niedriglohnsektor beschäftigt und zahlen nur kleine Summen in die Rentenkasse ein. Mit geringen Verdiensten bleibt kaum Spielraum, um zu sparen oder Geld für die private Vorsorge zurückzulegen. Wer schon heute nicht genug verdient, um über die Runden zu kommen, der geht im Alter erst recht am Bettelstab.

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Panikmache ist sicherlich nicht angebracht; bislang sind ja nur knapp drei Prozent der Ruheständler aufs Sozialamt angewiesen. Aber die Steigerungsraten müssen zu denken geben. Es wird höchste Zeit, dass über die sich abzeichnende gesellschaftliche Schieflage intensiver diskutiert wird. Die Bundesregierung müsse ein Hilfspaket schnüren, um die Entwicklung zu stoppen, fordert der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer. „Insbesondere eine Rückkehr zur lohnorientierten Rente und ein Rentenniveau über 50 Prozent sind nötig, um die Armutsrisiken einzudämmen“, betont er. Das sind Ansätze für Debatten. Es geht schließlich um eine politische Zeitbombe. Denn der demografische Wandel verschärft ja auch die Schieflage für junge Menschen. Sie müssen über ihre Beiträge immer mehr Alte finanzieren, ohne sicher sein zu können, später selbst noch von den Vorteilen des Generationenvertrags profitieren zu können.

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