Mitten im Müllstrudel

Kommentar: Kampf gegen Plastikverpackungen

Plastik ist ein echtes Problem – und Deutschland sitzt ganz oben auf dem Müllberg. In keinem europäischen Land fällt so viel Verpackungsabfall an wie bei uns. Dabei ist Plastik seit Langem ein Symbol für den achtlosen Umgang mit Ressourcen, für weitweite Vermüllung. Von Peter Schulte-Holtey

Zwar gibt es zaghafte Initiativen, die gegensteuern sollen. Entscheidend geändert hat sich aber nichts, es wird sogar schlimmer: Jährlich werden 280 Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert, Tendenz steigend. Etwa ein Drittel davon ist Polyethylen. Es lagert besonders stark organische Schadstoffe an und ist eine der häufigsten Komponenten der Plastikmüllstrudel im Meer. Es ist inzwischen überall zu finden, im Boden, in Flüssen, im Magen von Fischen.

Natürlich ist es gut, dass angesichts dieser ernsthaften Bedrohung einige Lebensmittelhändler in Deutschland nach den Einkaufstüten auch andere Lebensmittelverpackungen reduzieren wollen. Weitere Schritte müssen folgen: Denn der rasant wachsende Online-Handel, die Tatsache, dass mehr Essen bestellt statt selbst zubereitet wird und dass Verpackung für Hersteller eine wichtige Werbefläche ist, zeigen, dass der Boom lange nicht beendet ist.

Ein Plastiktüten- und Folienverbot ist nötig, genauso eine Strategie, Mehrwegflaschen endlich erfolgreich zu fördern. Und warum wird nicht ernsthafter über eine Plastiksteuer nachgedacht? Sie könnte Wirkung entfalten, weil sie uns Kunden packt, wo es am schmerzhaftesten ist: beim Geld!

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