Kommentar zum Kita-Ausbau

Enttäuschte Eltern

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Peter Schulte-Holtey

Der Bedarf ist groß, nur, viele Plätze fehlen noch und der Ausbau hinkt auch in der Personalfrage mächtig hinterher. Der geplante Kita-Ausbau treibt zurzeit so manchem die Schweißperlen auf die Stirn. Von Peter Schulte-Holtey

Gestern gab es zum ersten Mal seit Wochen wieder Positives aus Sicht der Städte und Gemeinden zu berichten. Denn Teil des Bund/Länder-Kompromisses zum Fiskalpakt ist eine neues Unterstützungspaket. Die Zahl der zusätzlichen Kita-Plätze soll demnach von geplanten 750.000 auf 780.000 steigen. Die einmalige Investitionskosten-Unterstützung des Bundes soll mehr als 500 Millionen Euro betragen, für die laufenden Kosten dieser zusätzlichen Plätze sollen dann 75 Millionen Euro jährlich fließen.

Auch diese Geldspritze wird nichts daran ändern, dass beim Kita-Ausbau weiter getrickst wird. So ist das Ultimatum, das Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den Ländern gestellt hat, nachvollziehbar. So manches läuft nicht rund.

Bund, Länder und Kommunen müssen also weiter intensiv nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Denn die Herausforderungen sind riesig - auch bei dringend notwendigen Qualitätsverbesserungen in Kindergärten, bei der überfälligen Höherqualifizierung und Weiterbildung des Personals und der Schulung von Tagesmüttern. Zudem kommt noch die Mammut-Aufgabe Inklusion hinzu - die Öffnung regulärer Kindergärten für Behinderte -, so wie es die UN-Konvention auch von Deutschland längst verlangt.

Was Mütter und Väter mit Blick auf dieses Notstandsgebiet besonders zornig macht: Die Kinder, die im August 2013 einen Anspruch auf einen Kita-Platz haben, sind zum Teil bereits auf der Welt oder werden innerhalb der kommenden zwei Monate geboren. Die Eltern müssten also schon heute Planungssicherheit haben, ebenso die betroffenen Arbeitgeber. Jahrelang haben sich die Verantwortlichen im parteipolitischem Kleinkrieg verzettelt, das rächt sich jetzt.

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