Längere Öffnungszeiten?

Kommentar: Kitas sollen flexibler werden

Der Plan von Familienministerin Manuela Schwesig, Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten mehr zu fördern, ist konsequent: Krankenpfleger, Kellner, Polizisten oder andere Arbeitnehmer im Schichtdienst - sie alle sind schlecht versorgt mit einer Kita, die um vier oder fünf Uhr nachmittags Feierabend macht. Von Peter Schulte-Holtey

Grundsätzlich sollten aber zwei Punkte beachtet werden: Wer längere Öffnungszeiten will, der muss auch eine Diskussion darüber führen, wie betreut werden soll. Gute Betreuung erfordert gut ausgebildetes Personal, das angemessen bezahlt werden muss. Eltern wollen ja ein gutes Gefühl haben, wenn ihre Kinder einen großen Teil des Tages in der Kindertagesstätte verbringen. Zur Erinnerung: Gerade mit dem Gedanken „Geld ist nicht alles“ wurde der Beruf der Erzieherin in der Ausbildung und der Vergütung jahrelang kleingehalten, aber mit vielen neuen Forderungen in der Bildung und deren Umsetzung in der Betreuung konfrontiert. Erzieherinnen haben eine Schlüsselposition, Bildungsbedürfnisse der Kinder zu erforschen, Bildung zu fördern und zu vermitteln. Warum soll jetzt ausgerechnet dieser Berufsstand nicht mit mehr Entlohnung unterstützt werden?

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Was zudem fehlt, sind kreative Vorschläge von Arbeitgebern für flexible Arbeitszeitmodelle. Warum verpflichten Firmen sich nicht, zumindest Alleinerziehende, da wo es geht, von Abend- und Nachtschichten zu befreien - damit wir keine Kitas brauchen, in denen Kinder rund um die Uhr betreut werden müssen?!

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