Klimakonferenz in Warschau

Kommentar: Bittere Realitäten

Hurrikan Katrina, Gluthitze mit Feuerwalzen in Australien oder der Rekord-Taifun Haiyan: Es mangelt nicht an Hinweisen darauf, dass die Wirklichkeit die Prognosen der Klimaforscher längst überholt hat. Von Alexander Weber

Einst normale Naturphänomene treten in einer extremen Stärke und Geschwindigkeit auf, wie man sie früher nicht gekannt hat. Das Tempo der Natur steht in krassem Gegensatz zum Schneckentempo der Politik, die seit Anfang der 90er-Jahre versucht, durch verbindliche internationale Abkommen den (in seinem Umfang umstrittenen) menschlichen Anteil am Klimawandel durch Verringerung des CO2-Ausstoßes und anderer Klimagase zu begrenzen. Mit mäßigem Erfolg.

Auch die Warschauer Konferenz wird daran kaum etwas ändern. Es ist unübersehbar, dass sich Staaten wie China oder die USA nicht von internationalen Abkommen in ihren wirtschaftlichen Interessen knebeln lassen, sondern eher auf nationale Lösungen setzen.

Man kann die Verzweiflung des philippinischen Delegierten in Warschau verstehen, wenn man die Schreckensbilder der Verwüstung aus seiner Heimat sieht. Doch gleichzeitig wird in vielen Kontoren dieser Welt bereits der wirtschaftliche Vorteil etwa des schmelzenden Eises der Arktis in Form zugänglich werdender Bodenschätze und freier Seewege berechnet. Kurzfristige Gewinne sind eben leichter verbucht als langfristige Kosten.

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