Kommentar: Konflikt weitet sich aus

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Tibor Pézsa

Die Absage der Pakistaner entzieht der für nächste Woche in Bonn geplanten Afghanistan-Konferenz den Boden. Ohne Pakistan wird es am Hindukusch weder Frieden noch Stabilität geben. Mit Pakistan aber offensichtlich auch nicht, und darin liegt das Problem.

Zwei Stunden lang sollen amerikanische Piloten pakistanische Grenztruppen bombardiert haben, ungeachtet alarmierender Funksprüche örtlicher pakistanischer Kommandeure. Ob die Amerikaner ihre Raketen trotzdem abschossen oder gerade deswegen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Aber das tiefe Zerwürfnis zwischen den USA und Pakistan ist nicht mehr zu kitten.

Für all dies gibt es gute Erklärungen. Sie alle verblassen aber gegenüber der fortschreitenden Destabilisierung der gesamten Region. Schon haben die Chinesen signalisiert, dass sie der Entwicklung keineswegs tatenlos zusehen werden. Die Erschütterung der Atommacht Pakistan und ein islamistischer Terrorexport aus Pakistans unregierbaren Gebieten treffen China empfindlich.

Und wir Deutsche? Wir müssen mit der Tatsache umgehen, dass der Afghanistan-Konflikt nicht nur keiner Lösung zustrebt, sondern einer Fortsetzung auf bislang ungekanntem, schrecklicherem Niveau.

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