Studie zur Kosmetik

Kommentar: Misstrauen wächst

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An schlechten Nachrichten für Verbraucher besteht ja kein Mangel. Woche für Woche belegen Verbraucherschützer, dass Kunden über den Tisch gezogen bzw. ungenügend über Inhaltsstoffe aufgeklärt werden. Diesmal geht es um die Kosmetikindustrie. Von Peter Schulte-Holtey

Es geht uns wieder einmal hautnah an: Jeden Tag greifen Menschen selbstverständlich zu Cremes, Duschgel, Shampoo und Deo. Aber können wir den Unbedenklichkeits-Beteuerrungen der Industrie wirklich trauen? Im Visier der Tester vom Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) waren vor allem 15 Substanzen, die auch auf einer EU-Liste als potenzielle hormonelle Schadstoffe geführt werden. Solche Substanzen können im Körper ähnlich wie weibliche Hormone wirken. Die möglichen Folgen: Verminderte Fruchtbarkeit, Brustkrebs ...

Die Kritik der Experten vom BUND ist nachvollziehbar. Denn sie bemängeln, dass die derzeit geltenden Risikobewertungen lediglich für einzelne Stoffe gelten. Der Cocktail, der sich durch die Verwendung verschiedener Kosmetika im Körper ergibt, wird nicht berücksichtigt. Warum ist es für Kunden noch immer so schwierig, schnell und einfach zu erkennen, was sie benutzen? Warum sind Verbraucherpolitiker in Deutschland weiterhin zurückhaltend, mit Verpflichtungen für die Hersteller? Warum muss es jetzt erst wieder eine Einigung auf EU-Ebene geben, bis irgendwann mal gehandelt wird? Übrigens: In Dänemark sind die im Test auffälligen Konservierungsmittel in Produkten für Kinder unter drei Jahren längst verboten; deren Stoffwechsel ist noch nicht ausreichend entwickelt, um die Chemikalien zu verarbeiten.

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