Lage in der Ukraine

Kommentar: Vergiftetes Angebot

Offenbach - „Der Kampf geht weiter“ riefen führende ukrainische Oppositionspolitiker unter dem Jubel ihrer Anhänger auf dem Maidan-Platz in Kiew. Wie hätten Vitali Klitschko und Co. auch auf den Vorschlag einer Regierungsbeteiligung von Präsident Janukowitsch eingehen können? Von Angelika Dürbaum

Es war nichts anderes als ein „vergiftetes Angebot, um unsere Demonstrationsbewegung zu spalten“, wie Klitschko treffend analysierte. Denn der Präsident hätte alle entscheidenden Machtmittel weiter in seiner Hand gehabt. Wie soll es nun aber weitergehen? Janukowitsch wird seine Politik nicht ändern. Schließlich weiß er mit Moskau einen mächtigen Verbündeten hinter sich. Und Wladimir Putin hat kein Interesse daran, dass das riesige Nachbarland sich stärker dem Westen zuwendet. Die Opposition wiederum hat sich mit Maximalforderungen jeglichen Spielraums beraubt.

Diese Woche ist vielleicht entscheidend für die Zukunft der Ukraine. Die EU entsendet nochmals Vermittler und das Parlament in Kiew könnte bei seiner Sitzung morgen Weichen in Richtung Entspannung setzen. Wenn all dies nicht fruchtet, dürfte das Land weiter in Chaos und Gewalt versinken und eine Spaltung kaum noch zu verhindern sein.

Gewalt in Kiew eskaliert

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