Die Lage in der Ukraine

Kommentar: Noch viele Fragen

Der Machtkampf in der Ukraine ist entschieden - vorerst. Der verhasste Präsident wurde verjagt, eine Neuwahl vereinbart und die Oppositionsführerin aus der Lagerhaft geholt. Von Angelika Dürbaum

Es ist bleibt zu hoffen, dass das Blutvergießen mitten in Europa beendet ist und die Ukrainer in eine bessere Zukunft gehen können. Die Hand dafür ins Feuer legen, möchte aber sicher keiner. Denn wirklich gelöst ist keines der vielen Probleme des riesigen Landes. Die Staatspleite droht ebenso wie die Spaltung der Nation, um nur die gravierendsten zu nennen. Und: Welcher Politiker soll die Herkulesaufgaben schultern? Übergangspräsident und Ex-Geheimdienstchef Alexander Turtschinow ist wohl zu unerfahren, Vitali Klitschko besitzt zwar einen großen Namen, Beobachter halten seinen Einfluss aber für begrenzt. Und Julia Timoschenko ist nicht nur gesundheitlich angeschlagen.

Die charismatische Frau ist sicherlich eine Vollblutpolitikerin, eine Volkstribunin. Ihr Name wird aber auch mit Intrigen, Korruption und undurchsichtigen Seitenwechseln in Verbindung gebracht - gegen all das haben die Menschen auf dem Maidan gekämpft. So mischten sich bei ihrem furiosen Auftritt am Samstagabend auch Pfiffe in den Jubel über ihre Freilassung. Unklar ist auch noch, wie der Westen und Russland mit der neuen Situation umgehen werden. Im Sinne der tief gespaltenen und geschundenen Ukrainer sollte eigentlich ein gemeinsamer Weg das Ziel sein.

Timoschenko wird auf dem Maidan gefeiert

Bilder: Timoschenko wird auf dem Maidan gefeiert

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