Machtwechsel in Niedersachsen

Kommentar: Feuertaufe bestanden

Kein Kasimier/Ravens-Desaster wie 1976, kein „Heide-Mord“ wie einst in Kiel – Niedersachsens rot-grüne Koalition hat ihre Feuertaufe bestanden und geschlossen für Stephan Weil als Ministerpräsidenten gestimmt. Von Wolfgang Blieffert

Die problemlose Wahl bei knappsten Mehrverhältnissen war das Ergebnis geräuschloser Koalitionsverhandlungen und einem Personaltableau, in dem sich beide Seiten wiederfinden konnten.

Mit Stephan Weil steht nun ein Mann an der Spitze, der sich bereits als Oberbürgermeister von Hannover eine guten Ruf erworben hat. Ihm mag es an Talkshow-Tauglichkeit und rhetorischer Brillanz mangeln, aber er versteht es, durch Nüchternheit und Solidität zu überzeugen. Weil verkörpert damit einen neuen Politikertypus, wie wir ihn bereits in Hamburg mit Olaf Scholz (SPD), in Thüringen mit Christine Lieberknecht (CDU) und in Baden-Württemberg mit Winfried Kretschmann (Grüne) erleben. Sie alle zeichnet eine unideologische Sichtweise und ein pragmatisches Politikverständnis aus. Solche Politiker, so scheint es, stoßen beim Wähler zunehmend auf Zustimmung. Zumal sie sich wohltuend vom schrillen Berliner Politikbetrieb abheben.

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