Mütter bei Rente benachteiligt

Kommentar: Erziehung als Armutsrisiko

Mütter mit mehreren Kindern bekommen bis zu 30 Prozent weniger Rente als kinderlose Frauen. Eine Ungerechtigkeit! Die Zahlen der Bundesregierung sollten auch den letzten Skeptiker überzeugen: Es gibt dringend Handlungsbedarf. Von Peter Schulte-Holtey

Die Benachteiligung ist ja seit langem bekannt. So sinkt mit der Zahl der Kinder bei den meisten Frauen die Höhe der Rente, die sie später erwarten können. Um diesen Nachteil zu mildern, gibt es zwar in der Rentenversicherung Ausgleichsleistungen. Allerdings wird dabei bisher mit zweierlei Maß gemessen: Für die Rentenansprüche der Mütter ist es entscheidend, wann ein Kind auf die Welt gekommen ist. Bislang bekommen Mütter für vor 1992 geborene Kinder einen Entgeltpunkt für die Rente gutgeschrieben. Für alle ab 1992 geborenen Kinder werden der Mutter drei Jahre Beitragszeiten auf der Basis des Durchschnittseinkommens gutgeschrieben, also drei Entgeltpunkte. Wurde ein Kind 1991 oder früher geboren, erhalten Mutter oder Vater dagegen nur einen Punkt.

Es stimmt: Für eine Besserstellung muss viel Geld in die Hand genommen werden. Die neue Regierung sollte dafür möglichst zügig eine Finanzierungskonzept vorlegen. Es geht um eine wichtige Gerechtigkeitsfrage in unserer Gesellschaft. Die Union hatte eine Besserstellung im Wahlkampf versprochen. In wenigen Wochen wird man sehen, wie ehrlich gemeint das Versprechen ist.

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