NSU-Ausschuss

Kommentar: Kampf gegen Ignoranz

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Wolfgang Blieffert

Unsere Bundestagsabgeordneten stehen oft in der Kritik, häufig zu Recht. Doch heute sind sie uneingeschränkt zu loben. Was der Untersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie geleistet hat, verdient höchste Anerkennung.

Trotz des heraufziehenden Wahlkampfes widerstanden die Mitglieder aller Fraktionen der Versuchung, parteipolitische Vorteile aus den Ermittlungspannen der verschiedenen Landes- und Bundesbehörden zu ziehen. Dies verbot sich schon aus Respekt vor den Opfern, aber auch angesichts der Dimension des behördlichen Versagens. Der einstimmig verabschiedete Abschlussbericht offenbart deshalb noch einmal die erschreckend eindimensionale Weltsicht der Sicherheitsorgane, die dort herrschenden Ressentiments und Denkmuster. All dies führte zu fahrlässigen Analysen und falschen Ermittlungsansätzen. So kam es zu immer neuen Morden, ein beschämendes Desaster der deutschen Sicherheitsbehörden.

Mit dem gestrigen Tag hat der Untersuchungsausschuss seine Arbeit beendet. Der Kampf gegen die Ignoranz der Ermittlungsorgane bleibt eine Daueraufgabe.

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