Ein kluger Pilger

Kommentar: Nahost-Reise von Papst Franziskus

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Jerusalem - Es war die erste politische Reise, die Papst Franziskus unternommen hat – und die führte ihn in eine der explosivsten Regionen der Welt, in den Nahen Osten. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche hat diesen schwierigen Besuch mit Bravour gemeistert.

Mit seinen klaren Botschaften zum Frieden – sowohl dem Frieden zwischen Völkern Israels und Palästinas als auch dem zwischen Religionen – hat der Argentinier den richtigen Ton getroffen. Seine Einladung an Israels Staatspräsidenten Perez und den Palästinenser-Präsidenten Abbas zum Nahost-Friedens-Gebet im Vatikan ist eine Initiative, die den Friedensgesprächen neuen Schwung verleihen könnte. Wenn Franziskus hier wie ein religiöser Mediator wirken kann, wäre das eine Chance für Gespräche auf einer neuen Grundlage. Es sind die überraschenden Gesten, mit denen Franziskus punktet. Auch wenn er inhaltlich nicht von Aussagen seiner Vorgänger zum Nahost-Thema abweicht – er erreicht die Menschen mit seiner herzlichen Ausstrahlung.

Ob der Heilige-Land-Pilger Franziskus politische Veränderungen anstoßen kann, lässt sich erst in ferner Zukunft beurteilen. Gleiches gilt für die Folgen seiner eindrucksvollen ökumenischen Zeichen. Heute kann man nur sagen: Der Papst hat sich klug bewegt im Minenfeld Nahost.

leserbriefe@op-online.de

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