Kommentar: Party für den Glauben

Mindestens eine Million Jugendliche aus aller Welt sind seit gestern zu einem katholischen Großtreffen der besonderen Art in Madrid versammelt: Bis zum 21. August findet dort der Weltjugendtag statt. Morgen, am Donnerstag, kommt auch der Papst mit der Jugend zusammen. Von Claudia Möllers

Das zwölfte Treffen dieser Art, das auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. zurückgeht, hat eine schwierige Ausgangsposition. In Spanien gibt es Proteste gegen die Sparpolitik von Ministerpräsident Zapatero, auch die hohe Arbeitslosigkeit treibt die Menschen dort um, sich mehr mit ihren weltlichen Sorgen als mit Glauben und dem Jenseits zu befassen. Nicht zuletzt haben die Missbrauchsskandale das Ansehen der katholischen Kirche schwer beschädigt. Selbst im einstmals so katholischen Spanien hinterlässt die Erosion des Glaubens deutliche Spuren.

Auch wenn die große Zahl der Jugendlichen, die in Madrid beichten, Gottesdienste feiern und sich über Glaubensfragen austauschen, beeindruckt – sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die katholische Kirche schon viel zu viele Jugendliche „verloren“ hat. Der Weltjugendtag ist ein spektakuläres Fest, das die Jugend auch schlicht nutzt, um Party zu feiern. Die Schwerstarbeit muss in den Pfarrgemeinden vor Ort stattfinden. Auch in Deutschland.

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