Rekord-Steuereinnahmen

Kommentar: Wahrheit statt Geschenke

Nein, ein Einnahmeproblem hat Deutschland wirklich nicht. 600 Milliarden Euro aus Steuern winken Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Jahr - Rekord. Von Ralf Enders

Die robuste Konjunktur und in ihrem Gefolge höhere Firmengewinne, mehr Beschäftigte und Lohnerhöhungen sorgen für den warmen Regen.

Was macht man mit so viel Geld? Schulden abbezahlen, würde ein vernünftiger Mensch antworten. Oder gleich weniger machen. Denn zur Erinnerung: Deutschland nimmt in diesem Jahr 32,1 Milliarden Euro auf, um seine Haushalte auszugleichen. Insgesamt steht der Staat mit unvorstellbaren 2,1 Billionen Euro in der Kreide. Und was im Zuge der Euro-Krise noch auf uns zukommt, weiß kein Mensch.

Doch leider ist zu befürchten, dass Schwarz-Gelb im Wahljahr keine Vernunft walten lässt, sondern mit dem Geld die eigene Wiederwahl finanziert, sprich Wahlgeschenke verteilt. Die gehen dann wahlweise an die Rentner (dürfen in keinem Wahlkampf seit den 50er-Jahren fehlen), Familien (Betreuungsgeld), Stromkunden (Stromsteuer) oder in Form allgemeiner Steuersenkungen an alle. Und im Zweifelsfall an die eigene besserverdienende Klientel. Wetten, dass ...?

Dabei wäre das Wahlvolk im fünften Jahr der Finanzkrise abgehärtet genug, mal die Wahrheit zu hören: „Liebe Wähler, wir stecken bis zum Hals in Schulden. Das Geld fließt in die Tilgung und gezielt in Projekte, die der Konjunktur weiterhelfen.“ Einfach mal ausprobieren.

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