Kommentar: Aus der Bahn geworfen

Selten kommt ein Karriere-Rückschlag überraschend. Meist gibt es zuvor Hinweise, die stutzig machen sollten. Ronald Pofalla sollte also die Zeichen richtig deuten, die da vom Bahn-Aufsichtsrat und der Kanzlerin aktuell ausgesendet werden.

Die einen fühlen sich bei der Frage übergangen, ob für Pofalla ein Vorstandsposten neu geschaffen werden sollte und organisieren bereits öffentlich den Widerstand gegen eine Berufung des Ex-Kanzleramtsministers. Und nach der ebenfalls öffentlichen Distanzierung der Ex-Chefin, die ihrem Vertrauten ja ausdrücklich vom avisierten Stellungswechsel abgeraten haben will, hat es Pofalla endgültig aus der Bahn geworfen. Was auch immer er angestellt haben sollte, er ist der Kanzlerin ins offene Messer gelaufen, anders lässt sich diese Demütigung kaum erklären.

Pofallas mit Duzfreund und Bahn-Chef Rüdiger Grube ausgetüftelte Planung für eine Karriere ist also gründlich in die Hose gegangen. Weil es zudem in der Heimat rumort, weil Pofalla mit Hang zur doppelten Absicherung wider besseres Wissen für ein Bundestagsmandat geworben und damit seine Parteifreunde in Kleve hintergangen hat, ist es um die politische Zukunft mit Unterstützung einer breiten Basis auch schlecht bestellt.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Man wird diese Karriere im Stile Pofallas für beendet erklären dürfen. Aber sicherlich ist im EU-Politzirkus noch eine Stelle frei. Dort werden auch gescheiterte Existenzen gerne mal genommen, zumal sie mit Angela Merkels Fürsprache rechnen dürfen.

Rubriklistenbild: © op.online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare