Noch viele Fragen offen

Kommentar: Senioren zum Fahrtest

In diesem Jahr geht es wieder einmal um die Fahrtüchtigkeit von Senioren. Gefordert wird, ältere Autofahrer sollten gesetzlich dazu verpflichtet werden, Testfahrten mit geschulten Beobachtern zu machen. Von Angelika Dürbaum

Welche direkten Konsequenzen solche Fahrten hätten, ist noch umstritten. Verkehrsjuristen schwebt aber schon vor, auch gleich Gesundheitstest einzuführen. Im Hintergrund steht die Frage, ob sich Fahrer ab einem gewissen Alter überhaupt noch hinters Steuer setzen sollen. Natürlich hat sich jeder von uns schon mal über den „Opa mit Hut“ geärgert, der fürs Einparken eine gefühlte Ewigkeit braucht oder die ältere Dame, die trotz freier rechter Seite über die Mittelspur der Autobahn schleicht. Aber genauso wütend sind wir über jugendliche Dauertelefonierer am Steuer, die die Fahrspur nicht halten können, oder Whatsapp-Schreiber und E-Mail-Checker mittleren Alters, die nicht mitkriegen, wenn die Ampel auf Grün springt.

Die Leistungsfähigkeit nimmt im Alter unbestreitbar ab. Doch nach welchen Kriterien soll entschieden werden, ob die Fitness eines Menschen für den Führerschein reicht? Ist ein 60-Jähriger schon ein Fall für den Tester oder doch erst ein Fahrer mit 75 Jahren? Oder wie sind zum Beispiel Umsicht und Erfahrung der Senioren gegenüber Risikobereitschaft der Jüngeren zu bewerten? In Goslar gibt es noch viel Diskussionsbedarf. Und wahrscheinlich wird die Frage auf Wiedervorlage gelegt - für die letzte Januar-Woche im Jahr 2017.

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