Sex-Affäre bei der CIA

Kommentar: Unglaubliche Geschichte

Ein Drehbuchautor, der diese Affäre erfunden hätte, wäre noch vor einer Woche bei jedem Produzenten gescheitert. Ein Sex-Film in höchsten Kreisen. Von Martin Krigar

In den Hauptrollen: der berühmte General Geheimdienstchef - und die amerikanische Klischee-Superfrau, Mutter und MP-Model, Elitesoldatin und Harvard-Absolventin, schön und klug. Beide rennen erst im Höchsttempo durch Afghanistan, schreiben sich dann endlose Liebesmails – und bringen schließlich in einem Eifersuchtsdrama ihr ganzes Umfeld in Bedrängnis, den Präsidenten inklusive. So was glaubt doch kein Mensch! Ein paar Tage später sind wir schlauer. Das Leben schreibt halt doch die unglaublichsten Geschichten.

Bedeutsam ist dieser Vorfall, weil der gerade wieder gewählte US-Präsident urplötzlich einen der wichtigsten Mitstreiter verliert.

Brisant ist, dass die bizarre Geschichte gezielt bis zum Wahltag verheimlicht wurde.

Bezeichnend ist, wie - schon wieder - eine simple Sex-Affäre ganz oben in der amerikanischen Gesellschaft in der Folge ein seltsames Geflecht von Merkwürdigkeiten offenbart, die so gar nicht zum Bild der selbst ernannten Moral-Nation passen.

Und erschreckend ist am Rande noch, dass selbst ein CIA-Chef nicht mehr überblickt, welche verhängnisvollen Spuren man im Internet hinterlässt. Bei der Suche nach einem Vorbild für den zurückhaltenden Umgang mit Facebook & Co. hätten wir noch vor einer Woche jeden Chef des US-Auslandsgeheimdienstes blind genommen. Ein paar Tage später sind wir auch hier schlauer. Das macht die große Desillusionierung perfekt.

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