Kommentar: Peinliche Veranstaltung

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Frank Pröse

Nein, was für einen Spaß macht dieser Eklat, der alle Vorurteile bedient, die in Bezug auf den Bundestag und seine Abgeordneten im Umlauf sind. Vorwürfe ertappter Keiferer treffen auf süffisant ausbaldowerte Abwehrrhetorik der taktischen Arbeitsverweigerer.

Herrlich! Beste Unterhaltung zum Wochenende ist das. Von politischer Unkultur sprechen Vertreter jener Truppe, die bei einem der nach eigener Aussage drei wichtigsten Themen dieser Legislaturperiode ihre Reihen zur Abstimmung nicht schließen kann. Da hat der parlamentarische Geschäftsführer gepennt. Er lässt 126 Abgeordnete vorzeitig ins Wochenende fahren und die Opposition ist dann schuld, wenn etwas schief läuft. Das ist selbst dann peinlich, wenn man berücksichtigt, dass einige der Koalitionäre aus Krankheitsgründen gefehlt und die anderen mit den Füßen gegen einen von ihnen ungeliebten Entwurf abgestimmt haben.

Es gibt ja Veranstaltungen, die sind so peinlich, da nimmt man besser nicht teil. Dazu gehört die gestern angesetzte Abstimmung über das in allen Lagern außer der CSU ungeliebtes Betreuungsgeldgesetz, das den Parlamentariern erst seit kurzem schriftlich vorliegt und noch vor der Sommerpause vom Parlament abgeräumt werden sollte. Die Taktik ist nicht aufgegangen, etwas Schadenfreude lässt sich nicht verkneifen.

Wir haben Europameisterschaftszeit: Entscheidend ist auf dem Platz. Da gab es zu wenig Spieler. Spielabbruch.

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