Skandalöser Menschenhandel

Kommentar: Hausaufgaben machen

Die Kritik der EU-Kommissarin Malmström an nicht genügend intensiver strafrechtlicher Verfolgung des Menschenhandels in Deutschland ist berechtigt. Polizisten berichten immer wieder über eine Mauer des Schweigens, wenn es um Zwangsprostitution geht. Von Peter Schulte-Holtey

So sollten auch die mahnenden Worte von André Schulz, Vorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, jetzt nicht ungehört bleiben: „Die derzeitig für die Strafverfolgungsbehörden nur geringst möglichen Ermittlungsgrundlagen lassen es leider zu, dass unsere Großstädte von Menschen überquellen, die von kriminellen Banden nach Deutschland transportiert werden, ohne dass wir an die Hintermänner herankommen. “.

Es ist ein schwieriger Kampf, denn es geht um sehr viel Geld. Nach Schätzungen der Expertengruppe des Europarates gehört der Menschenhandel zusammen mit Drogen- und Waffenhandel zu den lukrativsten Aktivitäten des organisierten Verbrechens. Jährlich würden dadurch mehr als 30 Milliarden US-Dollar eingenommen. Deutschland ist für die Menschenhändlerringe ein wichtiger Markt.

Die Aufgaben sind seit Jahren klar formuliert: Der deutsche Gesetzgeber muss dringend seine Hausaufgaben in diesem Bereich machen. Sicherlich ist auch richtig, dass die Zusammenarbeit zwischen Justiz, Ermittlungsbehörden und Hilfsorganisationen wie „Solwodi“ und anderen Fachberatungsstellen überall vor Ort intensiviert werden sollte.

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