Kommentar: Ergebnisse sind überfällig

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Michael Krüger

Spätestens jetzt, für die notwendige Suche nach einem Atommüll-Endlager, müssen die ideologischen Barrieren überwunden werden. Die eine Seite muss nun Politik für etwas betreiben und darf sich nicht mehr hinter der ewigen Anti-Haltung verbergen.

Auch die Grünen müssen konstruktiv sein, selbst wenn die Gefahr nicht zu leugnen ist, dass sie sich bei unpopulären Entscheidungen an ihrem ureigenen Thema die Finger verbrennen.

Die andere Seite wiederum muss nun bekennen, dass Atomenergie, wenn überhaupt, nur eine Übergangslösung zu einem hohen Preis war. Das Märchen von der sauberen Energie hat sich in dem Moment auch ganz konkret für die CDU erledigt, in dem sie ihren Wählern erklären muss, dass vor ihrer Haustür der Millionen Jahre strahlende Müll verklappt wird.

Doch es hilft ja nichts: Es sind alle Diskussionen geführt worden. Nun bitten wir um Ergebnisse!

Der nächste Castor-Transport ins Zwischenlager ist keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung des Problems in eine bessere Turnhalle an die ehemalige Grenze zur DDR. Natürlich kann Gorleben eine Option für ein Endlager bleiben, aber nicht in der bisherigen Form. Oder setzt sich am Ende doch die Erkenntnis durch, dass wir hierzulande gar keine geeigneten Standorte für unterirdische Atommüll-Deponien haben?

Dann kommt das seit 1996 praktizierte Gorleben-Muster wieder ins Spiel: die Bunker-Lösung. Die oberirdische Lagerung von Atommüll, wie sie schon jetzt von großen Teilen der niedersächsischen Landesregierung favorisiert wird, hätte einen entscheidenden politischen Vorteil: Der Standort für dieses erste Endlager für hoch radioaktiven Atommüll könnte überall in der Republik liegen. Eine Idee, mit dem sich CDU und FDP in Niedersachsen in die nächste Legislaturperiode retten könnten.

Letztlich wäre das aber auch der Beweis, dass es bei aller Notwendigkeit sachlicher Entscheidungen zumeist nur um Machterhalt geht.

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