Tarifauseinandersetzung

Kommentar: Alarm in der Kita

Die Tarifverhandlungen für Erzieher und Sozialarbeiter im öffentlichen Dienst sind ohne Ergebnis abgebrochen worden. Nun könnte es zu einer Urabstimmung und unbefristeten Streiks kommen. In vielen Kitas wächst die Spannung. Von Peter Schulte-Holtey

Von Alarmstimmung ist schon die Rede, da Eltern einen umfangreichen Arbeitskampf nicht ausschließen. Für die davon betroffenen Mütter und Väter bahnt sich tatsächlich eine harte Zeit an. Das Echo ist nach Angaben aus den Kitas gespalten: Manche sind streikmüde geworden, andere halten eine grundsätzliche Aufwertung der Sozialberufe für überfällig. Über die Entschlossenheit der Gewerkschaften und vieler Erzieherinnen sowie Sozialarbeiter sollte sich aber niemand wundern. Seit Jahren betont die Politik den Wert der frühkindlichen Bildung und schraubt die Ansprüche und Anforderungen ans Personal hoch. Die Mitarbeiter in den Betreuungseinrichtungen sehen die Notwendigkeit; sie wollen all dies aber auch angemessen honoriert bekommen. Derzeit kann eine Erzieherin im Laufe ihres Berufslebens in Vollzeit (bei großzügigen Arbeitgebern) maximal knapp 3 000 Euro brutto im Monat erreichen. Dass dies vor allem in Großstädten schlechte Voraussetzungen angesichts des ohnehin bestehenden Erziehermangels sind, liegt auf der Hand.

Was besonders schmerzt in der Tarifauseinandersetzung: Der große Kita-Streik, den die Gewerkschaften jetzt offensichtlich anbahnen, geht zu Lasten der Eltern - und (bei Kinder-Betreuungsproblemen) sogar der Firmen, für die diese arbeiten. Das trägt sicher nicht dazu bei, dass die betroffenen Eltern weiterhin freundlich applaudieren. Unruhe und Unzufriedenheit sind programmiert. Und der Druck auf die Politiker in der Landesregierung und in den Städten bzw. Gemeinden wird noch zunehmen.

Tarifverhandlungen: Tausende Erzieher auf der Straße

Tarifverhandlungen: Tausende Erzieher auf der Straße

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