Twitter im Landtag

Kommentar: Fröhliches Gezwitscher

Nun also dürfen auch die Landtagsbesucher auf der Tribüne im Plenum twittern. Weil es heute dazu gehört, in jeder Lebenslage der Welt etwas mitteilen zu können. Weil die Abgeordneten es ja auch machen, wie man von oben gut beobachten kann. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Und wer will sich schon von den Piraten wegen mangelnder Transparenz beschimpfen lassen?

Natürlich sind Twitter, Facebook und Co. eine tolle Erfindung. Vieles würden wir ohne sie nicht erfahren. Aus totalitären Staaten dringt manches nur über die sozialen Netzwerke nach außen.

Doch was dringt von der Besuchertribüne des Hessischen Landtags ins Hessenland? Wirklich bedeutende Entscheidungen sind ohnehin in Sekundenschnelle publik gemacht. Und dass der Abgeordnete A sich die Fingernägel schneidet und Frau B mehr oder weniger heimlich Sudokus löst, bestätigt allenfalls Klischees.

Twitter und Facebook sind prima, auch für die Medien längst unerlässlich. Und doch ist es fragwürdig, wenn gerade Schulklassen künftig fröhlich auch im Plenum auf ihren Handys herumspielen anstatt einfach mal zuzuhören. Dem politischen Diskurs dürfte es kaum dienen und der Transparenz in Hessen auch nicht.

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