Kommentar: Die paar Milliarden...

Das ist ja mal eine Ansage: Die Ukraine will ihre Zusage zum Assoziierungsabkommen mit der EU finanziell versüßt bekommen.

Hilfskredite über 20 Milliarden Euro fordert Ministerpräsident Mykolay Asarow, „um die Verluste für die ukrainische Wirtschaft zu verringern“, falls Firmen aus der EU freien Marktzugang zur Agrarwirtschaft erhalten. Klar doch, wo Oligarchen mit einer mafiös organisierten korrupten Regierung die Geschicke eines Landes in ihrem Sinne lenken, da kennt man sich mit Aufmerksamkeiten und Bakschisch ähnlichen Zugaben aus. Das müssen die EU-Kommissare nicht krumm nehmen. Sollen sie sich doch freuen, dass sie die Oppositionsproteste als Hinwendung zur EU interpretieren können, auch wenn die Straße die „Öffnung nach Westen“ fordert und nach „Europa“ ruft, was ja immer noch etwas anderes ist. Unberücksichtigt bleibt auch, dass das riesige Land bei der Frage nach der Ausrichtung nach Westen gespalten ist, dass nur 13 Prozent im Osten die Opposition unterstützen und dort 70 Prozent gegen die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens sind.

Aber was soll´s: Ist es nicht aller Anstrengungen wert, Staaten im Osten aus der Umklammerung von Putins Russland zu lösen? Da dürfen ein paar Milliarden Euro doch keine Rolle spielen, selbst wenn die Oligarchen lieber mit Moskau dealen. 45 Millionen Ukrainern muss geholfen werden, damit sie ein besseres Leben führen können. Dass nicht wenige von ihnen dann ihr Heil im Westen suchen werden müssen, weil die ukrainischen Industrien nicht wettbewerbsfähig sind, stört die EU-Unterhändler nicht. Dabei bekommen sie schon die Armutswanderung aus Afrika nicht in den Griff, weil sie die Probleme - aus dem Auge, aus dem Sinn - auf die Kommunen abschieben. Klar doch: Da geben wir noch gerne 20 Milliarden Euro oben drauf. Um den Rest kümmern sich dann die Kommunen...

Kommentare