Flügel stutzen

Kommentar: Verkaufsverbot für Energy Drinks

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Eva-Maria Lill

Ein Verkaufsverbot für Energy Drinks an Jugendliche unter 16 Jahren ist wünschenswert. Das reicht aber nicht. Von Eva-Maria Lill

Um auch alle anderen über die Gefahren eines übermäßigen Konsums aufzuklären, müssen Verantwortliche geeignete Kampagnen entwickeln. Denn bisher schmeckt das Gesöff in schick designten Metalldosen nach Coolness und hipper Selbstoptimierung. Nicht nach Herzproblemen und Krankenhaus. Das liegt nicht zuletzt an den durchgestylten Verpackungen und der Werbung, die dem Pappsüß-Süffigen eine Aura des Erwachsenen, der Eleganz, des Rebellentums verleiht.

Wer würde nicht gern fliegen können, auch über die eigenen Grenzen hinaus? Warnungen vor horrenden Zuckermengen (bis zu 43 Würfel in einer Dose!) und Risiken für die Gesundheit sind auf den Drinks Fehlanzeige. Zugegeben, bisher ist nicht bewiesen, wie schädlich die Putschmittel wirklich sind. Wie ungefährlich aber auch nicht. Gerade, was die Wirkweise der geheimnisvollen Zutaten wie Taurin angeht, weiß niemand so recht Bescheid. Vielleicht verleihen sie ja wirklich Flügel. Vielleicht sollte dem Körper aber auch mal ein Absturz gegönnt werden, wenn er ihn einfordert.

Landen und Ruhe sind durchaus Alternativen zum künstlich in der Luft halten. Zumal bei Jugendlichen oder gar Kindern, die auf Koffein äußerst empfindlich reagieren. Bei solch unsicherer Wissenschafts-Lage mag ein Verbot vorschnell erscheinen. Aber Unwissenheit schützt vor Verantwortung nicht. Sicher besteht beim generellen Nein-Sagen stets die Gefahr einer Zunahme des Kaufanreizes. Wenn zum Verbot aber eben auch passende Aufklärung kommt, sendet das Signale. Signale, die zeigen: Hier ist etwas ganz und gar nicht unbedenklich. Und das hat der Markt für Energy Drinks bitter nötig.

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