Viel zu tun für Umweltpolitik

Kommentar zur Wegwerfmentalität

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Peter Schulte-Holtey

Die Müllberge wachsen. Mehr als eine Million Tonnen Elektroschrott werden jährlich in Deutschland ausgemustert. Wie das Bundesumweltamt jetzt herausfand, gibt es für diesen besorgniserregenden Trend mehrere Ursachen. Von Peter Schulte-Holtey

Die Technik versagt immer schneller und die Verbraucher trennen sich früher von Geschirrspüler, Fernseher und Handy; offenbar steigt der Druck, immer das neueste, modernste Gerät besitzen zu müssen.

Die Entwicklung zeigt: Recycling muss ein wichtiges Thema in der Umweltpolitik bleiben. Weitere wichtige Schritte werden im nächsten Jahr gemacht. Denn auch die großen Handelsgeschäfte sind künftig verpflichtet, ausrangierte Elektrogeräte zurückzunehmen. Verbraucher sind zudem verpflichtet, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen. Dies konnten sie bisher bei den kommunalen Sammelstellen tun. Ab 24. Juli 2016 müssen auch große Geschäfte ausgediente Smartphones, Toaster oder Fernseher kostenlos zurücknehmen. Begrüßenswert ist zudem, dass Internetkonzerne wie Amazon künftig beim Verkauf großer Elektrowaren diese kostenlos entsorgen müssen.

Auch wenn Deutschland also beim Recycling im Vergleich mit anderen europäischen Ländern recht gut dasteht, besteht beim Thema Abfallvermeidung und Ressourcenschutz noch deutlich Handlungsbedarf. Denn die Sorglosigkeit beim Umgang mit Elektroschrott hat nicht nur Folgen für die Umwelt; die Altgeräte enthalten ja oftmals gefährliche Schadstoffe wie Cadmium, Blei oder Flammschutzmittel. Es bedeutet auch eine Verschwendung von Wertstoffen wie Gold oder Coltan, die ohne Grund vernichtet werden. Gleichzeitig muss für eine längere Lebensdauer der Geräte geworben und gesorgt werden. Es ist nicht verantwortbar, dass viele Geräte so hergestellt werden, dass sie möglichst nicht repariert werden können. Es gibt viel zu tun für Umweltpolitiker.

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