Kommentar: Kosmische Höchstleistung

Deutschland schaut ins Weltall in diesen Tagen. Am Montag ist der Astronaut Alexander Gerst nach einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation wieder heimgekehrt, und gestern gab es gar eine sensationelle Premiere in den unendlichen Weiten. Von Ralf Enders

Nach zehnjähriger Reise ist ein Forschungsroboter - von Darmstadt aus gesteuert - mehr als 500 Millionen Kilometer von der Erde entfernt zum waghalsigen Ritt auf einem Kometen gelandet. Die Europäische Weltraumagentur Esa spricht von einem Meilenstein, andere Experten ziehen Vergleiche zur Mondlandung 1969. In der Tat braucht es keinen Hang zum Pathetischen, um von einer kosmischen Höchstleistung der Wissenschaftler zu sprechen. Das ist die spektakulärste Nummer in der Geschichte der unbemannten Raumfahrt. Rein wissenschaftlich geht es um nicht weniger als um die Entstehung des Lebens.

Doch „Philaes“ Landung auf dem Kometen mit dem sperrigen Namen „67P/Tschurjumov-Gerasimenko“ hat auch eine politische Note: Die Mission ist durch und durch europäisch. Blickt man in die Brüsseler Machtlosigkeitszentrale der EU, glaubt man kaum, was die Europäer zusammen auf die Beine stellen können. Und dort wo Astronaut Gerst war, auf der Internationalen Raumstation, arbeiten Amerikaner, Russen und Wissenschaftler aus aller Herren Länder seit mehr als 15 Jahren friedlich zusammen. Auch das ist weit mehr als die irdische Realität. Vielleicht klappt das ja alles so prächtig, weil im Universum kein Platz für Politik ist.

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