Kommentar: Kosten gerecht verteilen

Eine Studie war schon vor einem Jahr zum Ergebnis gekommen, dass der Mangel an Erziehern und Tagesmüttern den geplanten Ausbau der Krippenplätze durchkreuzen könnte. Damals gingen die Experten noch von fast 40.000 fehlenden Fachkräften aus. Von Peter Schulte-Holtey

Jetzt zeigt sich, dass sich kaum etwas geändert hat. Händeringend suchen auch viele Träger von Kitas in Rhein-Main nach Personal. Die Sorgen in den Städten sind auch nach den Erfolgsmeldungen von Hessens Sozialminister die gleichen.

Es ist unstrittig, dass der Beruf des Erziehers attraktiver werden muss, Mit deutlichen Gehaltserhöhungen könnte vieles erreicht werden. Genau dafür fehlt aber vor Ort das Geld. So stehen die klammen Kommunen weiterhin vor der Herkulesaufgabe: Sie sollen in die Verbesserung der Qualität bei der Kinderbetreuung investieren, zugleich die Zahl der Betreuungsplätze erhöhen. Die Bürgermeister würden dies gerne sofort umsetzen. Bund und Länder bieten ihnen bei der Kostenverteilung für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe aber keine ausreichende Hilfe an.

Es zeigt sich, dass die Verteilungskämpfe um die knapper werdende Ressource Geld härter werden. Beim Ringen um Lösungen sollte jeder verantwortliche Politiker bedenken, dass Steuergelder im Bildungsbereich nun einmal am besten angelegt sind - auch zulasten anderer Etats.

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