Kritik am Umgang der SPD mit Sarrazin

+
Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat den Umgang seiner Partei mit Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin kritisiert.

Berlin - Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat den Umgang seiner Partei mit Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin kritisiert. Die Reaktionen der Bürger würden zeigen, dass Gesprächsbedarf besteht.

Der “Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) sagte Steinbrück: “Ich bin gegen einen Parteiausschluss. Die SPD vermittelt dadurch dem breiten Publikum den falschen Eindruck, sie wolle die Debatte loswerden. Das Echo zeigt aber, dass viele Bürger über Zuwanderung und vermurkste Integration reden wollen, auch in der SPD.“

Abgesehen von den letzten Kapiteln könne man weiten Teilen von Sarrazins Analyse kaum widersprechen. Das Echo auf sein Buch gehe darauf zurück, dass sich viele Menschen in ihren Alltagserfahrungen mit konkreten Integrationsproblemen wiedererkennen. Steinbrück kritisierte auch die bisherige Integrationspolitik: “Bis heute haben wir kein vernünftiges Zuwanderungskonzept. Wir haben zugelassen, dass Millionen Menschen geringer Qualifikation direkt in die Sozialsysteme einwanderten und vom Staat - also der Solidargemeinschaft - unterstützt wurden.

Zuwanderer mit vielen Kindern können - ebenso wie Deutsche - über Sozialleistungen ein Familieneinkommen erzielen, das nahe oder sogar über dem Erwerbseinkommen eines arbeitenden Bürgers liegt“, sagte Steinbrück. Das schaffe eine gefährliche Schieflage. Manche Zuwanderer könnten sogar Geld an Angehörige in der alten Heimat überweisen. Das seien Fehlanreize, die sich Einwanderungsländer wie Kanada oder Australien nicht leisteten.

dapd

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare