Kubicki sieht FDP auf aufsteigendem Ast

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FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki.

Berlin - Die FDP schlägt trotz mieser Umfragewerte forsche Töne an. In Schleswig-Holstein will Charakterkopf Kubicki zweistellig werden. Parteichef Rösler stärkt er den Rücken.

Der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki will bei der Landtagswahl im Mai mit einem Ergebnis von rund 10 Prozent die gesamte Partei aus dem Tief holen. Kubicki sagte am Montag nach FDP-Sitzungen in Berlin, dies sei keine Spinnerei. „Ich habe heute morgen nichts geraucht und auch nichts getrunken.“ Untersuchungen hätten ergeben, dass die FDP im Norden rund drei Viertel der Wähler von 2009 zurückgewinnen können. Das seien 9 bis 11 Prozent.

Im Bundesvorstand sagte Kubicki nach Angaben von Teilnehmern: „Wir rocken Schleswig-Holstein.“ 2009 hatte die FDP bei der Landtagswahl 14,9 Prozent erreicht.

Parteichef Philipp Rösler gab in der Hauptstadt den Startschuss für die neue Wachstumskampagne. Die FDP will mit einem klar wirtschaftsfreundlichen Kurs Profil gewinnen. „Wir sagen deutlich, dass Deutschland auch in Zukunft auf Wachstumskurs bleibt.“ Der Wirtschaftsminister betonte, es gehe nicht allein um eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts. „Wachstum kann auf viele Themen übertragen werden.“ Rösler nannte Gesundheit, Integration, Bildung, Forschung. Das werde nach zehn Jahren Fokus auf „Mehr Netto vom Brutto“ die neue Lesart für die Partei.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Kubicki wies Spekulationen zurück, sein Abschneiden bei der Landtagswahl entscheide mit über das Schicksal des Parteichefs in Berlin. „Philipp Rösler braucht keinen Retter.“ Er und Rösler verträten deckungsgleiche Positionen. Mit einem starken Resultat in Kiel werde auch die unsägliche Debatte über das Überleben der FDP endgültig vorbei sein, meinte der Fraktionschef im Kieler Landtag, der in früheren Wahlkämpfen oft auf große Distanz zur Bundespartei gegangen war.

Kubicki lud Rösler und andere FDP-Größen ein, ihm im Wahlkampf zu helfen. Er mache keine Kampagne gegen die Bundespartei. „Wir müssen unsere Bundesminister nicht verstecken.“

Rösler ist zuversichtlich, dass es im Saarland - wo vorzeitige Neuwahlen wahrscheinlich sind - und in Schleswig-Holstein für die FDP aufwärts geht. „Die Stimmung an der Basis ist hervorragend.“ Kubickis Wahlkampf werde großartig. Rösler griff die saarländische CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer an. Deren überraschende Aktion Anfang Januar, die „Jamaika“-Koalition ohne Absprache platzen zu lassen, sei „absolut schäbig gewesen“. Kubicki meinte, von „Frau Kramp-hau mich tot“ werde bald keiner mehr reden.

dpa

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